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Schneeschuh

Schneeschuh gibt es schon ewig. Schon die alten Bewohner von Alaska und in Norwegen bewegten sich mit selbst gebauten Schneeschuhen durch unwegsame Schneelandschaften fort. Natürlich sind die heutigen Modelle aus wesentlich leichteren Materialien. Allerdings gibt es die traditionelle Form ebenso noch. Eben in den Materialien unterscheiden sich die Schneeschuh in Ihrer Qualität und natürlich im Preis. Wie bei jedem Ausrüstungsgegenstand muß man vorher gründlich abchecken, für welchen Einsatz man die Schneeschuh benötigt.

1. Einsatzgebiete

  • Snowboarder, die auf den Gipfel wollen, um Powderfreuden ganz allein zu geniessen (Board auf dem Rucksack am Rücken geschnallt).
  • Winterwanderer, die nicht Skifahren können, aber auf den Schnee nicht verzichten wollen.
  • Tiefschneewanderungen
  • Familienwanderungen
  • Touren über schneebedeckte ungeräumte Eisflächen
  • Hochalpine Touren
  • Tragen schwerer Lasten durch Pulverschnee
  • Jogger

2. Kaufkriterien

  • Traktion

Traktion ist die Griffigkeit des gesamten Schneeschuhs im Untergrund. Die wichtigste Rolle spielen dabei die Zacken. Je aggressiver die Zacken, desto besser der Halt, desto geeigneter für steilere und schwierige Gelände. Dabei sind die Eindringtiefe der Steigzacken sowie deren Widerstand in alle Richtungen (nach vorn, nach hinten und seitlich) entscheidend. Dort wo die größte Belastung durch Körpergewicht und Kraftwirkungen, also Ballen und Ferse, auftreten, müssen auch die Steigzacken angebracht sein. Außer es gibt Modelle, deren Steigzacken im Rahmen rund herum durchgängig angebracht sind. Diese verzichten auf die Fersenzacken und bieten eine noch bessere Traktion zur Seite. Optimal für Durchquerungen von schrägen Hängen.

  • Einsatzbereiche

Fürs steile Bergsteigen sollten die Zacken möglichst in alle Richtungen zeigen, damit definitiv kein Zurückrutschen oder Abknicken seitlich zustande kommt. Außerdem sollte das Material der Zacken hart sein, z.B. Edelstahl. Ebenso die Gesamtstabilität des Schneeschuhs muß einen stabilen soliden Eindruck machen. Beim "normalen" Berggehen in verhaltenem Gelände kommt es auf leichtes Gewicht an, deshalb sind die Zacken aus Aluminium. Die Zacken sind nicht so aggressiv, aber dennoch so positioniert, das kein Verrutschen vorkommen sollte. Für auf Ausdauer trainierende Jogger ist das Krallensystem speziell im Fersenbereich so angebracht, das diese parallel verlaufen und somit auf einem gespurten Weg sicheren Halt bietet.

  • Bindung

Fast alle Bindungen bestehen aus einem Drehgelenk mit freischwingender Bindungsachse. Wichtig ist dabei der optimale Halt der Ferse an der richtigen Position ohne Verrutschen auch bei seitlichen schrägen Bewegungen. Der Drehpunkt der Achse sollte direkt unter dem Zehenballen liegen. Nun gibt es viele verschiedene Möglichkeiten den Schuh in die Bindung einzuhängen. Wichtige Kriterien zur Entscheidung, welches System man bevorzugt, sollten die Schneeligkeit und Sicherheit der Bedienbarkeit von Schnallen und Riemen sein. Schnelles Spannen, Einhängen in Ösen, Überstehendes sollte nicht störend rumbaumeln, beim Gehen dürfen Schnallen oder ähnliches nicht beider Füße nicht zum Verhaken führen und somit zum eventuellen Sturz. Und die Ferse muß in das Bindungssystem integriert sein. Weiterhin muß man beachten, mit welchem Schuh man in die Bindung steigt. Snowboardschuhe haben meist seitlich nach außen Stege, die bei Einsteckschalen oder ungünstig liegenden Riemen nicht passen.

  • Form

Die größten Unterschiede liegen zwischen Männer- und Frauenmodellen. Frauenmodelle sind meist kürzer und schmäler geschnitten, einfach der weiblichen Anatomie etwas angepasster. Schrittlänge und -breite unterscheiden sich doch erheblich von den Männern.

  • Schneeschuhgröße

Tubbs hat dies recht gut formuliert: "Das Maß des Auftriebs in tiefem Schnee hängt von der Auflagefläche, dem Körpergewicht (inklusive Ausrüstung) und der Schneebeschaffenheit ab." Kurz gesagt: Je kürzer der Schneeschuh, desto wendiger ist er. Je länger der Schneeschuh, desto geringer die Einsinktiefe. Die Normallänge von Schneeschuhen beträgt 21" oder 22" und eignet sich bei hartem Schnee oder präparierten Wegen für alle Körpergewichte (also Skiwege oder Piste aufwärts). Wenn man in sehr lockerem Schnee und Tiefschnee geht, sollten Personen über 75kg eine Länge von 25"-27" wählen. Personen über 90kg 27"-30" und über 100kg mindestens 30". Wenn man sich mehrere Optionen für die Verwendung offen lassen möchte, gibt es die Möglichkeit für Verlängerungsteile (Flotation-Tails), die einfach bei Bedarf hinten angeschraubt werden können. Dies ist aber nur bei Kunststoffmodellen möglich. Beachten sollte man das Gesamtgewicht des Schneeschuhgehers. Dazu zählen Körpergewicht, Rucksack, Kleidung und Schuhe. Dies macht oft 10kg aus!! Natürlich sinkt man trotz allem Auftrieb in den Schnee ein. Bei härterem Schnee und Altschnee oft bis zur Wade oder Knöchelhöhe, bei Tiefschnee sinkt man schon mal bis zum Knie ein. Das ist normal und liegt nicht am Schneeschuh!! Übrigens 1 inch = 2,54cm.

  • Steighilfe

Steighilfen sind im Fersenbereich hochklappbare stabile Bügel, die bei extremen Anstiegen die Überdehnung der Wadenmuskeln verringert und den effektiven Muskeleinsatz unterstützt. Sehr empfehlenswert! Meist werden diese Modelle mit "Ascent" bezeichnet.

  • Materialien
Rahmen: Holzrahmen Traditionell; nimmt man nur noch zum Jagen, da sie sehr geräuscharm im Gehen sind.
Alurahmen Sehr leicht und robust.
Kunststoff Schwer und nicht ganz so stabil wie Alu-Rahmen, dafür wesentlich preiswerter.
Bespannung: Leder oder komprimiertes Neopren mit Gewebeverstärkung Sehr leicht, wasserdicht und widerstandsfähig. Teuer.
Gummi- oder Kunststoffbedeckung (z.B. Hypalon) Wasserdicht, etwas schwerer und nicht ganz so teuer.
Kunststoff Schwer, aber preiswert.

3. Hersteller

Die bekanntesten Hersteller sind MSR und Tubbs, die auch regelmäßig innovativ tätig sind und deren Produkte in den Test sehr gut abschneiden. Die beste Übersicht gibts natürlich auf deren Seiten: www.tubbs.de und www.msrgear.com. Oder bei der Biwakscharte.

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