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Klettergurte

Einsatzgebiete

Sportklettern:

Klettersteig:

Skitouren/Hochtouren: Der Gurt sollte komplett zu öffnen sein, damit man bequem mit Skiern, Splitboard oder Steigeisen den Gurt anlegen kann. Und leicht muß er sein. Man trägt so schon genug Ausrüstung mit sich.

Schulung/Verleih: Farblich hervorgehobene Einbindschlaufe, nicht ausfädelbare Schnallen, sollte komplett verstellbar sein an Hüfte und Beinen.

Canyoning:

Hallenklettern:

Gurtgröße

Der Gurt muss passen. Heutzutage gibt es jede Menge Größeneinteilungen von XXS bis XL, jede Größe separat und auch mehrere Größen in einem Gurt z.B. S-M. Die richtige Größe kann man nur durch anprobieren feststellen, zumindest bei den nichtverstellbaren Gurten. Der Gurt sitzt perfekt, wenn man an den Beinschlaufen eine flache Hand bequem dazwischenschieben kann. An der Hüfte soll der Bauch nicht einquetschen, aber der Gurt darf auch nicht über die Hüfte gleiten. In den Katalogen geben alle Hersteller Tabellen an, für welchen Bein- und Hüftumfang welche Größe ist. Mal reinschauen.

Verstellbarer Gurt oder feste Größe

Feste Größen sind ideal für Kletterer, die eine voraussichtlich bleibende Figur behalten werden. Er ist optimal auf den eigenen Körper angepasst. Großer Vorteil: Sie sind wesentlich preisgünstiger als verstellbare Gurte und oft leichter durch weniger Schnallen. Diese wiederum sind vielseitiger. Verstellbare Gurte lassen sich an Hüfte und Beinen verstellen. Ideal für Kids, die irgendwann herauswachsen und zum Verwenden für mehrere Personen, z.B. innerhalb der Familie. Mutter und Tochter sind oft gleich groß, nur der Umfang ist verschieden. Für den Verleih und für Kletterschulen- oder Hochseilgärten bei ständig voluminös wechselnder Kundschaft absolut wichtig.

Anzahl und Art der Materialschlaufen

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Arten von Materialschlaufen. Starre aus Plastik sind stabil, ideal zum schnellen Einhängen von Expressen oder Friends. Weiche Schlaufen bestehen aus vernähten Bändern mit einer Tragkraft von ca. 15kN, zum Einhängen von Ausrüstung, die man weniger häufig benötigt. Als drittes gibt es noch die kleineren einfachen Schlaufen zum Einhängen von z.B. Chalk Bags. Die beiden vorderen Materialschlaufen sollten starr sein und ziemlich weit nach vorn zeigen, damit ein leichtes und schnellen Herankommen an häufig benutzte Gegenstände ermöglicht wird.

Anseilschlaufe

In manchen Anseilschlaufen ist ein kleiner Ring angebracht (z.B. Camp). Damit bleibt der Sicherungskarabiner immer in der richtigen Position und verhindert damit das Verrutschen des Karabiners in gefährliche Positionen wie Quer- oder Schräglage. Eine hohe Anseilschlaufe wird häufig in der Erlebnispädagogik, Hochseilgärten usw. eingesetzt. Der hohe Anseilpunkt läßt den Körper im Fall eines Sturzes kontrollierter und aufrechter abfangen.

Hüftgurt

Er sollte nach Möglichkeit recht breit im Rücken sein, dies erhöht den Sitzkomfort. Die Breitesten reichen bereits bis 12cm. Schmälere Rückenteile wirken sich positiv auf das Gewicht aus, macht sich aber beim längeren Sitzen bemerkbar. Der Hüftgurt sollte einfach zu öffnen sein. Jeder sollte beim Anprobieren des Gurtes das Schnallensystem selbst ausprobieren und sich nicht anziehen lassen. So findet man die Einfachheit am besten heraus. Männer sollten darauf achten, das alles perfekt sitzt und nichts klemmt, auch wenn man den Gurt an der Anseilschlauf mal nach oben zieht.

Beinschlaufen

Hier gibt es Unterschiede in der O-Form (rund) oder Y-Form. Die Y-Form hat einen breiteren Einstieg, günstig also für Steigeisen und Skier. Die O-Form ist dafür im Sitz etwas komfortabler.

Polsterung

3D-Mesh oder andere atmungsaktive Stoffe lassen Schweiß und Dämpfe durch, lassen kein Nässegefühl entstehen. Manche Gurte haben im Rückenbereich einen Spalt, der den Luftaustausch erhöht. Auch Innenfutter aus Fleece oder Microfleece lassen ein angenehmes Gefühl entstehen, sind aber eher wärmend als schweißableitend. Nahtfreie Polsterungen innen verhindern Reibstellen auf der Haut.

Verschlusssystem/Schnallen

Schnallen mit Zurückfädeln: Herkömmliches Schnallensystem mit Zurückfädeln. Vorteil: Schnallen lassen sich komplett öffnen, so dass man mit Steigeisen ohne Probleme durchsteigen kann.

  • Steck-Klemm: altbewährtes Schnallensystem mit Zurückfädeln
  • SlideSafe (z.B. Edelrid: nicht ausfädelbare Schnalle, besonders an Gurten für Verleih zu finden

Schnallen ohne Zurückfädeln: Müssen nicht wieder zurück gefädelt werden, um zu schließen. Sie bleiben immer verschlossen und werden mit einem Handgriff festgezogen. Einhandbedienung.

  • DoubleBack (z.B. Petzl)
  • EasyGlider (z.B. Edelrid)
  • Secura (z.B. Camp)

Klick-Schnallen: Schnallen zum klicken.

  • ClickLock (Edelrid), patentiert von Edelrid. Bewährt im Fallschirm- und Gleitschirmbereich
  • Monoklemme: Einfache Schnalle zum Halten von leichten Materialien (Rucksackschnalle)

Gewicht

Das Gewicht spielt besonders bei Tourengehern eine große Rolle. Vertikal Kletterer sollten lieber auf Robustheit und Komfort achten. Klettersteig- und Tourengeher müssen auf Leichtigkeit bedacht sein. Man trägt schon genug. Es gibt spezielle Gurte, die auf viele Materialschlaufen, dickste Polsterungen und Ausstattung verzichten zugunsten des Gewichts. Oft wiegen diese Gurte nur 300g. Klassische Klettergurte liegen bei ca. 450-500g. Auch diese speziellen Gurte für Tourer sind zertifiziert und TÜV-geprüft. Es gibt auch Gurthersteller, die auf jegliche Schnalle verzichten, diese wiegen sage und schreibe nur 235g. Aber der muß anprobiert werden, sonst kann man schnell alt aussehen.

Preis

Vergleichen lohnt sich immer! Aber bitte nicht immer an der falschen Stelle sparen. Ein guter Gurt kostet halt etwas mehr. Es ist eine Ausgabe jetzt und heute, der aber viele viele Jahre gute Dienste leisten kann.


Schneeschuhe

Schneeschuh gibt es schon ewig. Schon die alten Bewohner von Alaska und in Norwegen bewegten sich mit selbst gebauten Schneeschuhen durch unwegsame Schneelandschaften fort. Natürlich sind die heutigen Modelle aus wesentlich leichteren Materialien. Allerdings gibt es die traditionelle Form ebenso noch. Eben in den Materialien unterscheiden sich die Schneeschuh in Ihrer Qualität und natürlich im Preis. Wie bei jedem Ausrüstungsgegenstand muß man vorher gründlich abchecken, für welchen Einsatz man die Schneeschuh benötigt.

Einsatzgebiete

  • Snowboarder, die auf den Gipfel wollen, um Powderfreuden ganz allein zu geniessen (Board auf den Rucksack geschnallt)
  • Winterwanderer, die nicht Skifahren können, aber auf den Schnee nicht verzichten wollen
  • Tiefschneewanderungen
  • Familienwanderungen
  • Touren über schneebedeckte ungeräumte Eisflächen
  • Hochalpine Touren
  • Tragen schwerer Lasten durch Pulverschnee
  • Joggen

Kaufkriterien

Traktion: Traktion ist die Griffigkeit des gesamten Schneeschuhs im Untergrund. Die wichtigste Rolle spielen dabei die Zacken. Je aggressiver die Zacken, desto besser der Halt, desto geeigneter für steilere und schwierige Gelände. Dabei sind die Eindringtiefe der Steigzacken sowie deren Widerstand in alle Richtungen (nach vorn, nach hinten und seitlich) entscheidend. Dort wo die größte Belastung durch Körpergewicht und Kraftwirkungen, also Ballen und Ferse, auftreten, müssen auch die Steigzacken angebracht sein. Außer es gibt Modelle, deren Steigzacken im Rahmen rund herum durchgängig angebracht sind. Diese verzichten auf die Fersenzacken und bieten eine noch bessere Traktion zur Seite. Optimal für Durchquerungen von schrägen Hängen.

Einsatzbereiche: Fürs steile Bergsteigen sollten die Zacken möglichst in alle Richtungen zeigen, damit definitiv kein Zurückrutschen oder Abknicken seitlich zustande kommt. Außerdem sollte das Material der Zacken hart sein, z.B. Edelstahl. Ebenso die Gesamtstabilität des Schneeschuhs muß einen stabilen soliden Eindruck machen. Beim "normalen" Berggehen in verhaltenem Gelände kommt es auf leichtes Gewicht an, deshalb sind die Zacken aus Aluminium. Die Zacken sind nicht so aggressiv, aber dennoch so positioniert, das kein Verrutschen vorkommen sollte. Für auf Ausdauer trainierende Jogger ist das Krallensystem speziell im Fersenbereich so angebracht, das diese parallel verlaufen und somit auf einem gespurten Weg sicheren Halt bietet.

Bindung: Fast alle Bindungen bestehen aus einem Drehgelenk mit freischwingender Bindungsachse. Wichtig ist dabei der optimale Halt der Ferse an der richtigen Position ohne Verrutschen auch bei seitlichen schrägen Bewegungen. Der Drehpunkt der Achse sollte direkt unter dem Zehenballen liegen. Nun gibt es viele verschiedene Möglichkeiten den Schuh in die Bindung einzuhängen. Wichtige Kriterien zur Entscheidung, welches System man bevorzugt, sollten die Schneeligkeit und Sicherheit der Bedienbarkeit von Schnallen und Riemen sein. Schnelles Spannen, Einhängen in Ösen, Überstehendes sollte nicht störend rumbaumeln, beim Gehen dürfen Schnallen oder ähnliches nicht beider Füße nicht zum Verhaken führen und somit zum eventuellen Sturz. Und die Ferse muß in das Bindungssystem integriert sein. Weiterhin muß man beachten, mit welchem Schuh man in die Bindung steigt. Snowboardschuhe haben meist seitlich nach außen Stege, die bei Einsteckschalen oder ungünstig liegenden Riemen nicht passen.

Form: Die größten Unterschiede liegen zwischen Männer- und Frauenmodellen. Frauenmodelle sind meist kürzer und schmäler geschnitten, einfach der weiblichen Anatomie etwas angepasster. Schrittlänge und -breite unterscheiden sich doch erheblich von den Männern.

Schneeschuhgröße: Tubbs hat dies recht gut formuliert: "Das Maß des Auftriebs in tiefem Schnee hängt von der Auflagefläche, dem Körpergewicht (inklusive Ausrüstung) und der Schneebeschaffenheit ab." Kurz gesagt: Je kürzer der Schneeschuh, desto wendiger ist er. Je länger der Schneeschuh, desto geringer die Einsinktiefe. Die Normallänge von Schneeschuhen beträgt 21" oder 22" und eignet sich bei hartem Schnee oder präparierten Wegen für alle Körpergewichte (also Skiwege oder Piste aufwärts). Wenn man in sehr lockerem Schnee und Tiefschnee geht, sollten Personen über 75kg eine Länge von 25"-27" wählen. Personen über 90kg 27"-30" und über 100kg mindestens 30". Wenn man sich mehrere Optionen für die Verwendung offen lassen möchte, gibt es die Möglichkeit für Verlängerungsteile (Flotation-Tails), die einfach bei Bedarf hinten angeschraubt werden können. Dies ist aber nur bei Kunststoffmodellen möglich. Beachten sollte man das Gesamtgewicht des Schneeschuhgehers. Dazu zählen Körpergewicht, Rucksack, Kleidung und Schuhe. Dies macht oft 10kg aus!! Natürlich sinkt man trotz allem Auftrieb in den Schnee ein. Bei härterem Schnee und Altschnee oft bis zur Wade oder Knöchelhöhe, bei Tiefschnee sinkt man schon mal bis zum Knie ein. Das ist normal und liegt nicht am Schneeschuh! Übrigens 1 inch = 2,54cm.

Steighilfe: Steighilfen sind im Fersenbereich hochklappbare stabile Bügel, die bei extremen Anstiegen die Überdehnung der Wadenmuskeln verringert und den effektiven Muskeleinsatz unterstützt. Sehr empfehlenswert! Meist werden diese Modelle mit "Ascent" bezeichnet.

Material

Rahmen Verwendung Bespannung Verwendung
Holz Jagd Leder, Neopren Sehr leicht, wasserdicht, robust, teuer
Aluminium Sehr leicht, robust Gummi/Kunststoff Wasserdicht, mittelschwer, nicht ganz so teuer
Kunststoff Schwer, preiswert Kunststoff Schwer, preiswert
Bespannung Verwendung

Seile

Allgemeines

Länge: Die Länge eines Seiles richtet sich immer nach der bevorstehenden zu kletternden Strecke. Beim Einfachseil muß man natürlich beachten, dass man die Kletterhöhe doppelt in der Seillänge nehmen muß, da der Sichernde genauso viel Meter zum Abseilen benötigt. Man sollte, da man auch oft schräge Routen verwendet ein paar Meter mehr Seillänge berrechnen. In den Kletterhallen hängen oft Seile, wenn nicht sind die höchsten Kletterrouten 20m hoch. Das heißt, ein 50m-Seil wäre ausreichend. Anders draußen: Die meisten Routen sind nicht länger als 30m. Mit einem Seil von 70m sind damit alle Eventualitäten abgedeckt. Wer die Tour kennt, und sie ist kürzer, sollte vielleicht auf ein kürzeres und somit auch leichteres Seil zurückgreifen.

Durchmesser: Grundsätzlich gilt, je dicker das Seil, desto reißfester, desto schwerer im Gewicht, desto unhandlicher im Sichern. Bei voraussichtlich häufigem Stürzen und Belasten, z.B. in Kletterschulen, sind die dicken 11mm Einfachseile zu empfehlen. Im allgemeinen Gebrauch sind die 10mm und 10,5mm Seile sinnvoll, sie sind im Verhältnis von optimalen Eigenschaften und Gewicht ideal abgestimmt. Jeder seriöse Hersteller bringt an jedem Seil ein Etikett mit allen Daten und Testergebnissen an, sowie Empfehlungen für das Einsatzgebiet des Seils.

Imprägnierungsgrad: Durch Imprägnierung des Seiles wird verhindert, dass es sich mit Nässe vollsaugt. Ein nasses Seil wird schwerer und damit auch schwer zu bedienen. Bei starker Kälte kann das vom Seil aufgenommene Wasser gefrieren, das Seil wird dadurch steif und unter Umständen unbrauchbar. Auf imprägnierte Seile sollte man immer zurückgreifen, wenn das Seil also nass werden kann, z.B. bei Gletschertouren, Eisklettern, bei alpinen Touren mit Regengefahr. Testergebnisse zeigten, dass bei Beregnung von Seilen, die nicht oder schlecht imprägniert waren, innerhalb 3 Minuten bis zu 50% ihres Eigengewichts an Wasser aufsaugen. Bei sehr guten Imprägnierungen lag der ermittelte Wert unter 10%. Die im Handel üblichen Seile gibt es in verschiedenen Imrägnierungsgraden. Oft steht die Bezeichnung "dry" für die Mantelimprägnierung, bei "Hyperdry" oder "Golden Dry" ist neben dem Mantel auch der Seilkern impägniert.

Dynamische Seile

Dynamische Seile dehnen sich bei Belastung. Dass heißt, sie reduzieren bei einem Sturz die Belastung auf den Stürzenden.

Seiltypen

Einfachseil: Dynamisches Seil zur Verwendung im Einfachstrang. Es ist besonders geeignet für schwere und geradlinige Routen und ebenso leichte Routen ohne Standplatz, bei denen nicht abgeseilt werden muß. Es ist DAS Seil für das Sportklettern.

Durchmesser Metergewicht Mindestnormsturzzahl Max. Fangstoss
9-11 mm ab 54g 5 12kN

Halbseil: Dynamische Seile, die im Vorstieg nur paarweise verwendet werden dürfen. Halbseile sind dünner, leichter und weniger stabil als Einfachseile. Im Gegensatz zum Zwillingsseil können sich zwei Nachsteiger an jeweils einem Strang einbinden. Die Stränge können getrennt eingehangen werden. Die Verwendung von zwei Halbseilen ist wesentlich sicherer als der Gebrauch eines Einfachseils, da bei Steinschlag oder Scharfkantenbelastung sehr wahrscheinlich nur eins der beiden reißen könnte und das andere hält. Beim Abseilen mit Halbseilen werden beide Seile mit einem Knoten verbunden und dann im Doppelstrang verwendet. Man erzielt also die doppelte Abseillänge als beim gleichlangen Einfachseil. Vorteil von Halbseilen ist , dass der Seilverlauf sich günstiger gestalten läßt. Empfohlen für lange Kletterrouten, bei unsicheren Sicherungspunkten (Eisklettern) und für zwei Nachsteiger.

Durchmesser Metergewicht Mindestnormsturzzahl Max. Fangstoss
8-9 mm ab 41g 5 8kN

Zwillingsseil: Dynamische Seile, die ausschließlich im Doppelstrang, also parallel, verwendet werden dürfen. Jeder Kletterer bindet sich an beiden Enden ein und die Seilstränge werden immer gemeinsam eingehängt. Sie sind nochmal dünner, leichter und schwächer als Halbseile. Ein leichtes Zwillingsseil ist nur geringfügig schwerer als ein gleichlanges Einfachseil.

Durchmesser Metergewicht Mindestnormsturzzahl Max. Fangstoss
7,5-8 mm ab 37g 12 12kN

Wanderseil: Diese Seile müssen mindestens ein Strang eines Halbseiles sein. Zur Notsicherung während Wandertouren mit steil abfallenden Wegbegrenzungen.

Reepschnüre: Miniseile zur Verwendung als Verbindungsmittel und Notzusatzsicherungen (z.B. Prusikschlingen, Standplatzbau oder Zwischensicherungen). Ersetzen aber auf keinen Fall ein Seil !!! Dicke Reepschnüre sind oft mit einem dünnen Seil leicht zu verwechseln. Es gibt Reepschnüren mit verschiedenen Durchmessern und dementsprechenden Mindestbruchfestigkeiten: 4mm (mind. 3,2kN), 5mm (mind. 5kN), 6mm (mind. 7,2kN), 7mm (mind. 9,8kN) und 8mm (mind. 12,8kN). Bei Reepschnüren ist zu beachten, dass ein Knoten die Festigkeit erheblich mindert. Eine geknüpfte Reepschnurschlinge hält deshalb nur etwa das Einfache der angegebenen Bruchfestigkeit. Kritisch sind deshalb die sehr dünnen Reepschnüren.

Eigenschaften dynamischer Seile

Gewicht g/m: Grundsätzlich habe Seile mit dickem Durchmesser eine längere Lebensdauer. Logischerweise sind sie schwerer und nicht so angenehm im Handling. Bei Kletterrouten bei denen das Gewicht und geringe Reibung in den Karabinern wichtig ist, sollte man ein dünnes Seil verwenden. Ein sehr dickes Seil (z.B. 11mm) kann Probleme bei der Auswahl des Sicherungsgerätes bringen. Beim Sichern mit Abseilachter ist das Durchgleiten des Seiles extrem schwer nachzuziehen.

Mantelanteil: Der Mantelanteil gibt Aufschluß über die Langlebigkeit des Seils. Der Mantel dient zum Schutz des Kerns. Hat jedoch auch eine tragende Funktion.

Mantelverschiebung in mm: Der Kern und der Mantel eines Seiles sind zwei unterschiedliche Bausteine mit der Tendenz sich gegeneinander zu verschieben, wenn diese nicht sorgfältig miteinander verbunden sind. Beim Abseilen und unter Zugbelastung wird der Mantel in seiner Form verändert. Auf der einen Seite wird der Mantel zusammengeschoben und auf der anderen Seite gedehnt. Dieser Umstand führt zu verstärkter Abnutzung, besonders beim Topropen und anderer intensiver Benutzung, und kann zum Verklemmen in Abseil- und Sicherungsgeräten führen. Deshalb ist es heutzutage Standard, dass die Mantelverschiebung 0mm beträgt.

Sturzfaktor: Der Sturzfaktor bestimmt die Härte eines Sturzes. Der Wert des Sturzfaktors liegt zwischen 0 und 2 und hängt von den Kletterbedingungen ab. Er wird aus der Sturzhöhe in Metern geteilt durch das insgesamt ausgegebe Seil in Metern berechnet. Die Härte des Sturzes ist von der Sturzhöhe unabhängig. Je mehr Seilmeter bereits ausgegeben sind, umso mehr Sturzenergie kann aufgenommen werden. Die Reibung zwischen Karabiner und Fels verringert die Kraft, die durch das Seil übertragen wird. 1,77 ist der Wert mit dem standartisiert alle Tests durchgeführt werden.

Sturzzahl: Zur Einhaltung der Norm muß ein Einfachseil mindestens 5 Stürzen mit einem Sturzfaktor von 1,77 und einem Sturzgewicht von 80kg aushalten. Bei Doppelsträngen müssen die einzelnen Stränge jeweils 5 Stürze mit Faktor 1,77 und einem Sturzgewicht von 50kg aushalten, während bei Zwillingsseilen beide Stränge zusammen 12 Stürze mit Faktor 1,77 und einem Sturzgewicht von 80kg aushalten müssen.

Fangstoß kN: Beim Einfachseil muss der Fangstoß beim ersten Sturz mit einem Sturzgewicht von 80kg und einem Sturzfaktor von 1,77 weniger als 12kN betragen Beim Doppelseil beträgt der Fangstoß im Einzelstrang beim ersten Sturz mit einem Sturzgewicht von 55kg und einem SF von 1,77 weniger als 8kN. Bei einem Zwillingsseil beträgt der Fangstoß im Doppelstrang weniger als 12kN beim ersten Sturz mit SF 1,77 und 80kg Masse. Zu gut deutsch: Je kleiner der Fangstoßwert, desto weniger unangenehme Auswirkungen greifen auf den Körper über; bei Einfachseilen maximal 12kN (in der Regel schwankt es zwischen 7 und 10kN); bei Doppelseilen im Einfachstrang maximal 8kN (in der Regel ca. bei 7,6kN); bei Zwillingsseilen im Doppelstrang maximal 12kN. Mit zunehmenden Seilreibungsstellen, werden die Stürze härter (eventuell eingehangene Expressen). Je mehr Seil zur Energieaufnahme zur Verfügung steht, also je mehr freihängendes Seil, desto niedriger der Fangstoß. Beim Klettern verringern sich die dynamischen Eigenschaften eines Seiles Sturz für Sturz und der Fangstoss wird dementsprechend immer größer.

Dynamische Dehnung in %: Die Seildehnung darf bei dynamischer belastung beim ersten Sturz nach UIAA-Norm maximal 40% betragen.

Statische Dehnung in %: Die Seildehnung darf bei statischer Belastung mit 80kg bei einem Einfachseil maximal 10%, bei einem Strang eines Doppelseils maximal 12% und bei beiden Strängen des Zwillingsseils maximal 10% betragen.

Scharfkantenprüfung: Die UIAA hat zusätzlich zur herkömmlichen Festigkeitsprüfung den Sturz über die Metallkante entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Normsturz (80kg, Faktor 1,77) über eine Metallkante, die mit 5mm Radius etwa einem Karabiner entspricht.

Eigenschaften statischer Seile

Statische Seile besitzen hohe statische Festigkeiten bei äußerst niedrigen Dehnungswerten und Metergewichten. Sie werden überall dort eingesetzt wo hauptsächlich eine statische Belastung auftritt oder nur eine geringe Dehnung erwünscht ist, z.B. Abseilvorgänge, als Fixseile, in der Baumpflege.

Seiltypen

A-Typen erfüllen höhere Normanforderungen als B-Typen.

Eigenschaften statischer Seile

Mantelanteil in %: Er gibt zusammen mit der Mantelstruktur Hinweise über die Langlebigkeit eines Seils. Je größer der Materialanteil des Mantels ist, desto höher die Abriebfestigkeit.

Schrumpfung H2O in %: Bedingt durch das Seilmaterial Polyamid und die Einwirkungen während des Gebrauchs muss mit einer Schrumpfung gerechnet werden. Weiße Statikseile haben im Gebrauch in der Regel eine höhere Schrumpfung.

Knotbarkeit: Sie definiert die Flexibilität und Steifigkeit eines Seiles. Je kleiner der Knoten desto flexibler das Seil. Für häufiges Knüfen und Lösen von Knoten und fürs Abseilen mit dem Abseilachter sollte die Flexibilität so groß wie möglich sein. Wird an einem Seil allerdings mit Steigklemmen aufgestiegen und mit Abseilgeräten abgeseilt, ist einsteiferes Seil empfehlenswerter.

Aufschießen eines Seiles

Seile dürfen niemals in Lassoform gelegt werden. Das führt zur Verwringung des Seiles, was ein sicheres Klettern unmöglich macht. Der Halbmastwurf als Sicherungsbremsknoten verklemmt sich ständig und das nachkommende Seil ringelt sich, so das eine Hand das Seil ständig ausdrehen muß. Auf Kosten der Sicherheit. Solchen Dingen geht man von vorn herein aus dem Weg, wenn man das Seil richtig aufschießt und verpackt. Hierfür gibt es verschiedene Methoden.

  • Seilpuppe
  • Überwerfer

Sicherungsgeräte

Halbautomatische Sicherungsgeräte: Petzl GriGri, Edelrid Eddy, Faders SUM, Trango Cinch, Camp YoYo, Simond Toucan, Petzl Reverso/Reversino, Selbstbremsende Abseilgeräte

Manuelle Sicherungsgeräte: Abseilacht, Sicherungsgeräte für mehrere Nachsteiger. Universell einsetzbar zum Abseilen und Sichern. Eckige Formen vermeiden ein Verdrehen der Seile und das Entstehen eines Ankerstichs. Zum Sichern mit Halbseilen oder Zwillingsseilen. Sie blockieren automatisch im falle eines Sturzes eines Nachsteigers (Tubes).

Selbstbremsendes System: Bei plötzlicher Belastung des Seiles (z.B. bei einem Sturz), bremst das Sicherungsgerät automatisch. Das System bremst, sobald der Hebel losgelassen wird. Die Abseilgeschwindigkeit wird durch mehr oder weniger festes Greifen des einlaufenden Seils gesteuert. Ein Aufstieg am Seil ist möglich, ohne die Position des Gerätes zu ändern, indem eine Trittschlinge und eine Seilklemme mit Griff hinzugefügt wird.


Steigeisen

Hochalpine Touren sind ohne Steigeisen undenkbar. Steigeisen unterscheidet man in einzelne Kategorien: Die wichtigsten sind die Anzahl der Zacken und die Art der Bindung. Danach richtet sich der Verwendungszweck.

Einsatzgebiete

Eisklettern: Zum Eisklettern sollte man den Bindungstypen für steigeisenfeste Schuhe wählen. Die Frontzacken sind mit speziell für steile Roten im Eis entwickelt worden, man kann sie allerdings auch zum normalen Klettern am Fels verwenden. Die ein oder zwei gerade nach vorn zeigenden gezahnten Frontzacken zeigen ein hohes Leistungsverhalten. Meist sind die Zacken assymetrisch-, neig- und längenverstellbar. Die meisten Zacken finden sich geballt im vorderen Bereich. Die hinteren Zacken der zweiten Zackenreihe zeigen nach hinten. So kann man einhaken und ziehen. Insgesamt eine hohe Gesamtzackenzahl (11-14).

Hochalpine Touren/Gletschertouren: Diese Steigeisen haben meist 10 Zacken und sind fürs längere Gehen konzipiert. Die Konstruktion und Anordnung der Zacken erhöht die Tragfähigkeit. Durch das geringe Gewicht (um die 800g), meist Aluminium, werden sie auch gern zu Skitouren mitgenommen. Bedingt steigeisenfeste Schuhe werden empfohlen, aber auch normale feste Wanderschuhe sind möglich.

Bergsteigen: Durch die Verwendung von Stahl als Material für die meist 12 Zacken finden diese Steigeisen den optimalen Einsatz beim Bergsteigen. Egal ob der Weg durch Eisfelder, Fels, Geröll, harten Schnee oder brüchiges Eis führt. Bei diesen Steigeisen werden oft alle drei Bindungstypen angeboten, können deshalb mit fast jedem Schuh getragen werden. Die vorderen Zacken sind für das klassische Bergsteigen nicht gezahnt. Bei sehr technischem Bergsteigen empfehlen sich Steigeisen mit gezahnten Vorderzacken. Die Zähne können sich in besonders hartes Eis effektiver einhaken und bieten besseren Halt. Meist haben die Steigeisen ein hohes Gewicht (über 900g), bedingt durch den Stahl.

Bindungsarten

Schuhtyp Sohlenrand Bindung vorn Bindung hinten
Steigeisenfeste Schuhe stabil vorn und hinten Bügel Kipphebel
Bedingt steigeisenfeste Schuhe nur hinten flexible Bindung Kipphebel
Feste Wanderschuhe Ohne Sohlenrand vorn und hinten flexible Bindung flexible Bindung

Nützliches Zubehör

Steigeisentasche: Ungefährliches Verwahren der Steigeisen im Rucksack.

Antistollplatten: Verhindern das Anpappen von Schnee und Eis im Bindungssteg und an den Schuhsohlen, was das sichere gehen stark beeinflussen könnte.